Wir kaufen das Haus nun also doch nicht. Als es keine Neuigkeiten mehr dazu hier gab bestand ja praktisch nur die Möglichkeit, dass wir entweder so im Kaufstress sind, dass wir zu nix kommen, oder dass wir uns noch so ärgern. Also letzteres.
Nach dem Maklertermin war noch alles okay und wir guter Dinge. Das ganze Wochenende über. Man schmiedet ja dann auch schon Pläne, wie man welches Zimmer nutzt, was man renovieren will, und wie man seine Möbel verteilt. Ist alles gar nicht so einfach, wenn man ein Haus nur 1x gesehen hat.
Am darauffolgenden Montag hatten wir einen weiteren Besichtigungstermin, zu dem wir gottseidank einen Freund von uns mitnahmen, der angehender Architekt ist. Freitag wurde uns noch mitgeteilt, dass die Besichtigungen währenddessen weiterlaufen, allein 6 an diesem Tag, und der Chef würde die übernehmen, damit die Maklerin eine ganze Stunde Zeit für uns hätte.
Als unser Freund A. dann kam hatten wir von der Maklerin schon den Vertragsentwurf vom Notar bekommen. Rasant, rasant. Wir sind dann nochmal mit dem Besitzer durchs Haus gegangen. Wir waren immernoch angetan, hatten aber immerhin keine rosarote Brille auf. A. befragte Maklerin und Hausbesitzer ziemlich ausführlich zu einigen Themen und ging mit wachen Augen durch das Haus.
Nach der Besichtigung saßen wir alle zusammen über eine halbe Stunde im Auto und sind der Reihe nach alles durchgegangen, was A. aufgefallen war. Und es war eine Menge. Es fing beim Dach an, das deutlich kaputter und älter aussah, als es angeblich war, ging über das verwendete Mauerwerk (Steine, die nur eine kurze Zeit lang verwendet werden, weil sie nur eine begrenzte Lebensdauer haben und Wasser sowohl nach Innen als auch nach Außen abgeben – Schimmelgefahr) und hörte bei der Innenausstattung, die ja eigentlich eine reine Schönheitssache ist, nicht auf.
Alles in allem kamen wir zu dem Schluss, dass das Haus in den nächsten 10-15 Jahren wohl weitere 20-35.000€ an Reparaturkosten verursachen würde und demzufolge doch einiges über Wert verkauft werden sollte. Ein zu großer Batzen Geld für uns. Da hatte der Makler in unseren Augen etwas „schöngerechnet“. Wir haben da auch einen Verdacht, warum. Die Geschichte, dass die Verkäufer sich verkleinern wollen, weil die beiden Söhne ja nun bald ausziehen wollen, stimmt vermutlich nur so halb. Der kleinere Sohn ist grade mal 15… Wahrscheinlicher ist, dass die Familie sich mit den Krediten etwas übernommen haben und nun einfach verkaufen müssen. Dazu passen der halbfertige Wintergarten, die eingetragene Grundschuld, dass der Verkäufer keinen Cent mehr runtergehen wollte (denn der Kaufpreis entspricht in etwa dem, was noch an Schulden da sein müsste plus einem Betrag, mit dem man eine Eigentumswohnung kaufen könnte, von der dauernd die Rede war) und so Dinge.
Kurzum: A. hat uns von dem Kauf abgeraten. Zumindest zu dem Preis, und eigentlich auch noch für 40.000€ weniger.
Wir waren natürlich nicht begeistert, aber auch nicht sonderlich geschockt. Irgendwie hatten wir sowas erwartet. Naja, erwartet hatten wir, dass A. einige Sachen mit seinen Architektenaugen etwas dramatischer sieht und mehr auf die Ästhetik achtet als wir. Aber das waren so eklatante Dinge, da bestand für uns letztlich kein Zweifel, auf ihn zu hören. Wir haben ihn ja nicht ohne Grund mitgenommen. Hätten wir Zeit gehabt, wären wir vielleicht noch mit anderen Bekannten, die sich auskennen, zur Besichtigung gekommen, aber der Makler baute durchaus einen deutlich spürbaren Zeitdruck auf, dem wir uns dann nicht wie hilflose Krabbelkäfer ergeben wollten. Also lieber ein frühes Ende, erspart uns viel Zeit und Enttäuschung.
Während wir da so im Auto saßen und uns berieten kamen 2 weitere Paare zur Besichtigung. Paar 1, sie Ende 30/Anfang 40, sehr schick, er etwas jünger, superlange Rastalocken, der Hammer, offenbar Handwerker, er hatte so einen wissenden Blick. Als sie rauskamen hörte ich, wie sie rumdrucksten, ob sie sich denn in jedem Falle melden sollten oder nur wenn sie es wollten… Paar 2, beide Mitte 40, und ultra schickimicki. Die schauten schon mürrisch, als sie die Haustür sahen. Und ich verspreche Euch, keins von den beiden Paaren hat dieses Haus gekauft. Es ist eher ein Haus für so Leute wie uns
Aber eben nicht zu dem Preis in dem Zustand.
Mag sein, dass es wirklich viele Interessenten gibt. Das Exposé im Netz samt Fotos sieht auch wirklich toll aus. (Und ich muss dazu sagen: die Fotos sind realistisch. Geschickt aufgenommen, aber dennoch nicht beschönigend.) Aber einfach wird es sicher dennoch nicht, das Objekt zu dem Preis loszuwerden.
Also, auf ein Neues. (Seufz. Erwähnte ich schonmal, dass ich keine Lust mehr darauf habe?)






Das Haus war… naja. Lange keinen Schuss mehr in den Ofen gehabt. Auf den Bildern sah es ja ganz nett aus, aber die waren wohl schon etwas älter. Man sieht ihm an, was es ist: ein Scheidungshaus. Und das Ex-Ehepaar bekriegt sich offenbar ganz schön. Die Frau, die da nicht mehr wohnt, aber mit zum Termin kam, war richtig nett und freundlich zu uns, aber eiskalt zu ihrem Exmann. Der war aber auch… komisch. Miesepetrig, eigenbrödlerisch… UNORDENTLICH. Meine Güte, wie es da aussah… Also, ich mein, wenigstens das Bett kann ich doch machen, wenn ich mein Haus verkaufen will, oder? Wahrscheinlich will er nich, sondern muss, und das ist das Problem
Der Zwerg hatte sich gestern Vormittag beim Spielen im Garten wohl irgendwie den Fuß verknackst. Ich weiß es nicht genau. Er jammerte jedenfalls ab und zu beim Laufen mal über „aua Fuß“. War wohl aber nicht dramatisch, denn er sprang wie immer durch die Gegend. Auch nachmittags beim Besuchskontakt mit der Oma auf dem Spielplatz (schreib ich auch noch was zu demnächst). Auf dem Weg dorthin ab und zu mal ein kurzes „Aua Fuß“, aber eigentlich normal gelaufen. Wir hatten den Fuß natürlich abgetaste, auf Schmerzreize und Beweglichkeit überprüft, gekühlt… Ich fand, er war ein wenig blaurot und leicht geschwollen, könnts aber nicht beschwören. „Verstaucht“ eben. Heute morgen turnte der Zwerg auch wie immer im Garten rum… Dann waren wir beim Friseur, dann wieder kurz Garten. Und dann kam er reingehumpelt, fast am Heulen, und trat mit ebendiesem Fuß nicht mehr auf. Beim genaueren Hinschauen fand ich den Stachel einer Biene. Herrjee! Naja, er läuft nunmal lieber barfuß im Garten rum, kann ich schon verstehen, ich auch. Ist ja nun auch 2 Jahre gut gegangen… Er war jedenfalls seeeehr tapfer, ich hab den Stachel rausgezogen und Gift rausgesaugt, da war aber fast nix. Der Stachel steckte auch kaum drin im Fuß, war wohl eher nur „angestochen“. Aber weh tat es gewiss. Ich hab den Knirps dann nach der Kühlerei noch schnell unter die Dusche gesteckt, die Haarstoppeln mussten ja weg. Zwischendurch immer noch Globuli gegeben, Fenistil auf die Stelle und ab ins Bett. Nach dem Mittagsschlaf wollte der Kleene dann leider nicht mehr auftreten, und es wurde auch mit der Zeit (sprich: nach der Hausbesichtigung) nicht besser. Der Fuß war allerdings nicht dicker7röter/heißer als bisher. Aber wir wollten kein Risiko eingehen und sind halt in diese Notfallpraxis speziell für Kinder gefahren. Der Liebste malte sich schon die schrecklichsten Wartezeiten bis in die Nacht aus, aber meine Ahnung, dass es schnell geht, hat sich bestätigt. 5 Min Wartezeit im Behandlungszimmer und sonst nix konnten wir verkraften
Stuart war ein wenig geltungssüchtig und hat sich direkt mal auf die Behandlungsliege gesetzt. Wir konnten ihn aber mit Müh und Not davon überzeugen, dass unser Zwerg der eigentliche Patient ist und er nur das Begleithäschen.
Gigantischer Möbelschwede, winziger Hase.