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Zubeißen – 2

Posted by CreativeRabbit - Montag, 4. Juli 2011

So, ich bekam dann jetzt endlich mal einen Rückruf von der Psychologin vom FFZ. Ich hatte ihr den Vorfall von letztens nochmal geschildert. Das erste war, dass sie sagte, das sei alles kein Drama. Dann hat sie mich gefragt, was MICH denn stören würde daran. (Denn ich sagte ihr, dass die Erzieher wohl besonders über sein „ich will tot sein“ bestürzt waren.) Mich störte nach ganz kurzem Nachdenken tatsächlich mehr, dass er sich selber verletzt hat. Denn ich glaube nicht, dass er irgendeine tiefere Bedeutung in diesem Satz sieht, außer, dass es für ihn etwas wie kaputt bedeutet. Anders, als wir es erwartet hatten, hat er auch über seine Ergotherapeutin nie ein weiteres Wort verloren. Irgendwann kam nochmal ein „Ich will jetzt aber wieder mal zu L. gehen“, auf dass wir ihm nochmal erklärt haben, dass das nie wieder geht, weil sie eben tot ist und jetzt von einer Wolke aus zusieht, was er macht. Okay, Sache wieder abgehakt. Und das war es auch.

Die Psychologin sah das genauso.Das Problem ist die Selbstverletzung, da passt was mit seiner „Regulation“ nicht. Er kriegt sich oft selbst reguliert, aber eben nicht immer, und das war eben ein Ausdruck dessen. Da muss man ihn noch auffangen und ihm helfen, das besser hinzukriegen. Alles in allem kann er das aber erstaunlich gut, vor allem für seine Vorgeschichte. Vielleicht bräuchte er einfach eine kleinere Gruppe, sagte sie. Wobei ich mir das schwer vorstellen kann, das würde ja einen KiGa-Wechsel bedeuten, und wir fühlen uns da eigentlich sehr wohl und es sind mit nicht mal 40 Kindern in 2 Gruppen ja nun auch nicht so wahnsinnig viele Kinder.

Ansonsten sieht sie das alles so, dass er sich eigentlich wie ein ganz normaler 4jähriger verhält. Seine „Anfälle“ sind etwas außergewöhnlich, aber nichts, wo ein psychisches oder psychologisches Problem steckt, sondern eher ein Regulationsproblem. Wir müssen jetzt also rauskriegen, was er da nicht regulieren kann.

Was mir noch auffiel, und das berichtete ich auch, ich habe den Eindruck, dass die Erzieher bei unserem Zwerg immer besonders genau hinsehen und vieles, was andere Kinder auch machen, bei ihm negativ sehen. Das fällt zum Beispiel auf, wenn der Zwerg in der Gruppe, zusammen mit anderen Kindern irgendwelchen Quatsch macht, bei den anderen Kindern das hingenommen wird und mit mir dann aber drüber gesprochen wird, weil da war ja diese Sache mit den Drogen und das wäre ja nun schon etwas ungewöhnlich. Hmja. Da haben sie ’nen Grund gefunden, übervorsichtig zu sein. Gleiches passiert übrigens auch vielen Einzelkind-Eltern bei uns. (Also uns auch wieder.) Egal, wie das Kind sich verhält, es wird regelmäßig angemerkt, dass das Kind dringend ein Geschwisterchen bräuchte, um dies oder das zu lernen. Ähmja, hallo? Ich weiß, die meinen das nicht böse, sondern denken einfach nicht drüber nach, was sie da sagen. Das macht es auch nicht besser.

Die Psychologin meinte, dass sie das sehr oft von Eltern hört. Sobald ein Kind warum auch immer irgend eine Art Therapie braucht wird die schnell als Grund für allerlei bei anderen Kindern normale Dinge herangezogen.

Ich gehe fest davon aus, wenn eins der anderen Kinder, dessen Ergotherapeutin nicht vor kurzem gestorben wäre, diesen Satz gesagt hätte, hätte er keinerlei Erwähnung gefunden…

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