CreativeRabbit

Schwieriges Ende

Posted by CreativeRabbit - Freitag, 19. Juli 2013

Es scheint, als hätte der Sohnemann ein schwieriges Kindergartenende. In den letzten Monaten wurde er im Kindergarten immer merkwürdiger und wir wunderten uns immer mehr. Es standen 2 Termine mit einer Heilpädagogin an, die an sich gar nicht so schlecht waren. zeigte die gute Dame dem Kindergarten doch auf, dass wir Eltern da nichts für können, wie der Zwerg so ist, sondern das eher ein vom KiGa „herangezüchtetes“ Verhalten ist, und vor allem können wir daheim dort gar nichts dran ändern, das seien reine KiGa-Probleme. Es gab viele gute Tipps für den KiGa, aber wir fürchten, die wurden nicht soooooo angenommen.

Vor einigen tagen ist die Situation dort sehr eskaliert und da rüchte der Zwerg endlich damit raus, dass andere Kinder ihn gezielt ärgern würden. Im Gespräch mit den anderen Kindern wurde das bestätigt. Kurz zusammengefasst wurde der Zwerg über Monate von anderen Kindern gemobbt. So echtes Mobbing, wie man es von Erwachsenen kennt. Gezieltes und geplantes ärgern. Diese Kinder haben mitbekommen, dass der Zwerg eben manchmal seine Ruhe braucht, sich auch zurückzieht (großartig!) und dann aber wenn irgendwas ist besonders ausflippt. Ebenso haben sie rausgefunden, dass die Erzieher ihn inzwischen auf dem Kieker haben und egal was ist, er erstmal ne Menge Ärger bekommt.

Wir hatten nun die Hoffnung, dass es nach dieser Eskalation besser wird, aber dieses „der Zwerg ist Schuld“ scheint sich so sehr in die Erzieherköpfe eingebrannt zu haben, dass sie ihm gar nicht erst richtig zuhören. gestern wurde mir erzählt, er hätte sich bei 2 anderen zankenden Jungs eingemischt. Er erzählte die geschichte komplett anders. Glaubhaft und schlüssig. Ich bin es SO leid.

Die letzten 2 Wochen dachten wir drüber nach, ob wir den Zwerg in eine andere Klasse geben als die anderen Kiga-Kinder, besonders nicht mit dem Obermobber zusammen. Die KiGa-Leitung empfahl das. Ich habe dann gestern und heute ausgiebig mit der Schulleiterin telefoniert. Eine herzerfrischende Frau. Sie hat sich meine Sorgen angehört und sie ernst genommen. Sie legt viel Wert auf die Meinung der KiGa-Leitung, weiß aber auch, dass die Erzieher ein sehr verflixtes Jahr hatten mit vielen internen Problemen und gab dann schließlich viel mehr auf meine Meinung, die sich mit ihrer deckte.

Der Zwerg kommt wie geplant in die Klasse, wie vorgesehen. Wir gehen in engen Kontakt mit den Lehrerinnen. Sollte es sich rausstellen, dass der Zwerg leidet, kann er die Klasse wechseln. Allerdings: im Unterricht selber kommen die Kinder nicht zum Mobben, das passiert wenn dann in den Pausen. Und da helfen auch getrennte Klassen nichts. In der Nachmittagsbetreuung kommen sie aber in getrennte Gruppen. Und wir werden diese Sache über die Ferien daheim nicht thematisieren. Sonst denkt der Zwerg sich das kaputt und steigert sich unnötig in irgendwas rein. Die Schulleiterin meinte, gegen Ende eines Schuljahres drehen die neuen 1.Klässler regelmäßig durch, ebenso wie die abgehenden 4.Klässler. für die Kinder entsteht ein neuer Lebensabschnitt, das ist schon schwierig.

Wir geben dem Zwerg und auch den anderen Kindern jetzt erstmal die Chance, völlig unbelastet ins neue Schuljahr zu gehen. Und ggf aus der Situation zu lernen. Wird schon alles.

Ich hab mich sehr über dieses Gespräch heute gefreut. Das Problem wurde ernst genommen und auch durchaus in der vorhandenen Schwere. Aber es wurde, im gegensatz zum KiGa, positiv damit umgegangen. „Machen Sie sich keine Sorgen, wir haben noch nie keine Lösung gefunden“. Im KiGa heißt es eher „wir können uns absolut nicht vorstellen dass er auch nur ansatzweise in der Schule klarkommt“…

Die Schulleiterin kennt alle Namen ihrer 240 aktuellen Schüler, kennt die Eltern dazu, kennt uns… Ich musste nicht ein mal den Nachnamen vom Zwerg (der ja anders ist als unserer) nennen, sie wusste genau, um wen es geht. Eine Freundin, die Mama von  Zwergis bestem Freund, hält auch große Stücke auf diese Frau. Am Telefon hat sie mir direkt noch mehr Infos gegeben, ungefragt, hat über den Ablauf der ersten Wochen gesprochen etc, das war sehr angenehm.

Vorhin wurde Zwergis Schultasche geliefert, und in den nächsten Tagen bekommt er Post von seinen Klassenlehrerinnen… Er hat ein Team aus 2 Klassenlehrerinnen, beides selber Mamas, die Teilzeit arbeiten. ich bin mal gespannt. Jetzt kann es langsam endlich losgehen. Und die letzten 3 Wochen KiGa kriegen wir nun auch noch rum 😉

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2 Antworten to “Schwieriges Ende”

  1. Christine said

    Warum gebt Ihr ihn denn nicht in eine andere Klasse als die Kinder, die ihn eh schon mobben? Man hat ja doch wesentlich mehr mit Kindern in der eigenen Klasse zu tun als mit denen anderer Klassen und wo Lehrer auch nicht so eingreifen können – im Sportunterricht, auf Klassenfahrten, beim Warten auf den Lehrer vor der Stunde etc. Natürlich passiert Mobbing auch viel in den Pausen, aber in den Pausen verbringt man nunmal meist Zeit mit Kindern aus der eigenen Klasse und nicht mit anderen. Auch wenn dann alle Kinder zusammen im Hof sind, hat man zu den Kindern aus anderen Klassen mehr Abstand als zu denen aus der eigenen. Und wenn ein Lehrer ständig beschützend für ein Kind eingreifen muß, weil andere darauf rumhacken, macht das denjenigen nur noch mehr zum Ziel und für die anderen verhaßt. Ich spreche leider aus Erfahrung, da ich in meiner (fast) gesamten Gymnasialzeit der Prügelknabe meiner Klasse war und gemobbt wurde.

    • Weil wir (und auch die Schulleiterin und der KiGa) glaubem dass die Jungs grade nur in einer blöden Phase sind. Ihn wegen EINEM Jungen von seinen Freunden wegholen muss nicht sein. Dieser eine Junge fällt in die Kategorie Arschlochkind, und das kennt die Schule schon von dessen Geschwistern. Wir wollen es erstmal ausprobieren, ein Klassenwechsel ist immernoch später möglich. Aber die Kinder sollen eine Chance bekommen, sich zusammenzurafen und damit umzugehen. Sie spielen ja auch im KiGa friedlich miteinander rum. Und: Die meisten Möglichkeiten zum Mobben gäbe es in den Pausen, das kann man auch nicht durch eine andere Klasse verhindern, oder in der Nachmittagsbetreuung, und da sind sie getrennt. Wir wollen das Ganze nicht doller aufbauschen als nötig und jetzt erstmal die nächsten Wochen abwarten. Ich glaube nämlich, das wird recht entspannt. So von der Gesamtsituation her.

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