CreativeRabbit

Therapieansatz

Posted by CreativeRabbit - Mittwoch, 25. Februar 2015

Anfang Februar war der Liebste mit mir in der Ambulanz einer psychiatrischen Klinik für ein Erstgespräch für eine Behandlung bzw. erstmal Diagnostik etc.

Es gab ein wenig Hickhack, weil ich zum Chefarzt sollte, aber nicht wollte, sondern vom Gefühl her lieber zu einer Frau, das ging dann erst okay, am Morgen des Termins wurde dieser dann aber abgesagt und ich musste doch zum Chef. Naja. War nicht das, was ich wollte, aber letztlich fühle ich mich da ganz gut aufgehoben. Wir hatten zumindest den Eindruck, dass der Mann etwas von dem versteht, was er tut. Er hat mich ziemlich schnell „erfasst“ und natürlich die richtigen Fragen gestellt. Am wichtigsten war wohl die Aussage, dass ich keine klinische Depression habe, sondern eine Belastungsstörung mit depressiven Phasen und Schlafstörungen. Er meinte, ich würde das auch alleine schaffen, aber mit Medikamenten ginge es besser und schneller. (Und klar, er hat recht, ich hab das schon so oft geschafft, aber Spaß macht es nie…) Der Doc erklärte, dass ein Umzug der 2.häufigste Grund für diese Art Belastungsstörungen sei, eine Scheidung der häufigste. Gut, eine Scheidung habe ich nicht durch, aber das abrupte Ende einer sehr intensiven Beziehung, dazu der Umzug, als Krönung obendrauf die schwierigen Kinder, dass ich da irgendwann nicht mehr kann ist nicht ungewöhnlich.

Das Medikament, was ich vom Hausarzt bekam, damit ich wieder schlafen konnte, sollte ich sofort weglassen. Unter Anderem, weil es dick macht, und das kann ich nun echt nicht gebrauchen. Noch dazu ist es wohl eher veraltet und für meinen Fall auch nicht wirklich indiziert und es macht furchtbar müde, und er hätte den Eindruck, ich wolle lieber aktiv sein.

Ich bekam dann ein richtiges Schlafmittel, was ich aber nicht länger als 6 Monate nehmen darf. Mal sehn, wie das so wird, manchmal habe ich den Eindruck, es lässt mich gut schlafen, manchmal kann ich trotz Einnahme nicht schlafen, und an manchen Tagen nehme ich es einfach nicht…

Dazu wurde dann ein leichtes Antidepressivum verordnet, ich nenne es liebevoll meine „Happy Pills“. Es soll als Stimmungsaufheller dienen und die „Berge und Täler“ flacher werden lassen. Der Liebste sagt, ich sei ausgeglichener und ruhiger, seit ich es nehme. Ich selber hab irgendwie noch nichts außer der ganzen Nebenwirkungen festgestellt. Was sich bisher durch die ganze Einnahmezeit zieht: ich habe weder Appetit noch Hunger. Wenn’s hochkommt esse ich momentan 1/5 von dem, was ich normalerweise essen würde. Aber naja, so dramatisch find ich das nicht, außer dass ich echt gerne mal wieder was Leckeres essen würde. Ich muss nur aufpassen, dass ich halbwegs zu Energie und Vitaminen komme. An manchen Tagen ist mir aber auch ziemlich übel, es gibt Tage, an denen ich mich total einigeln möchte, ich friere mehr als sonst, und gleichzeitig habe ich neuerdings Hitzewallungen. Das ist alles insgesamt irgendwie etwas anstrengend. Vor allem, da ich erst die halbe Dosis nehme. An die ganze trau ich mich nicht wirklich ran.

Demnächst soll ich wieder in die Sprechstunde kommen und erzählen, wie es so geht mit den neuen Medikamenten. Mal sehn, was der Doc zu den Nebenwirkungen sagt. Er hatte die Hoffnung, dass sie nur ein paar Tage anhalten, es kann aber auch mehrere Wochen so gehen…

Mein grundlegendes „Problem“ sei wohl, dass ich immer 100% für andere gebe und dabei selbst zu kurz komme. Als Therapie hat er mir „Zeit für mich“ verordnet. Jeden Tag mindestens eine Stunde. Naja. Ich dachte eigentlich, das mache ich, und zwar schon die letzten Jahre. Aber vielleicht ist es einfach zu wenig. Ich versuche, jetzt mehr drauf zu achten und das auch mal auszuweiten. Vielleicht muss es für eine Weile einfach mal mehr als nur eine Stunde sein. Und dadurch, dass der Zwerg nun an 2 Tagen in der Woche bis 16 Uhr in der Schule ist, hab ich auch ein wenig die Gelegenheit dazu. Ich muss lernen, faul zu sein. OHNE ein schlechtes Gewissen zu haben dabei. Hmja, ich geb mir Mühe.

Falls ich das nicht alleine hinkriege, bot er mir 2 Möglichkeiten an. Zum einen würde er mich zur Kur schicken, allerdings nicht so gerne, er würde mich aufgrund des Umzugs und der fehlenden Bindung ungerne aus meinem Zuhause „reißen“. Die andere Möglichkeit wäre, dort in die Tagesklinik zu gehen. Entweder abends nach Hause zu gehen oder nur am Wochenende, und dort bekäme ich dann Therapien, wo ich stillsitzen und faul sein müsse… Ich stell mir die Organisation mit den Kindern eher schwierig vor, aber der Liebste und ich behalten beides einfach mal im Hinterkopf. Im Moment bin ich ja in einr ganz guten Phase, aber ich kann dieses Angebot auch einfach irgendwann annehmen.

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